Friedrich Nerly d. Ä. 

(Erfurt 1807-1878 Venedig)

Piazza San Marco in Venedig im Mondlicht
Signiert und datiert unten links F. Nerly / 1849
Öl auf Leinwand, Maße: 64,5 x 88 cm

 

Friedrich Nerly, eigentl. Friedrich Nehrlich, war ein deutscher Maler, der durch Veduten bekannt wurde. Nach dem frühen Tod seines Vaters wurde er von Verwandten in Hamburg erzogen, die seine künstlerische Begabung schnell erkannten und bereitwillig förderten. Den ersten Zeichenunterricht bekommt er von seinem Onkel Heinrich Joachim Herterich, der ihn später auch als Lehrling in seine lithographische Werkstatt aufnahm. Der junge Nerly verkehrte auch bei der Familie Johann Michael Speckter, dem Partner von Herterich. Speckter war ein enger Freund von Philipp Otto Runge (ebenfalls Schüler von Nerlys Onkel). Durch diesen hatte Nerly Zutritt zum Salon, von wo er bald die Bekanntschaft des Malers, Freiherr Carl Friedrich von Rumohr, machte. 1823 mit 16 Jahren wurde Nerly Schüler von Rumohr und war neben Franz Theobald Horny einer seiner wichtigsten. Das  Credo des Freiherrn war "das immerwährende Studium der realen Natur". Im Sommer 1827 begleitete Nerly seinen Mentor Rumohr auf eine ausgedehnte Reise, die über den Harz, Weimar, Dresden und München schließlich nach Italien führte. In Weimar machte er die Bekanntschaft Johann Wolfgang von Goethes.

Nach Rom reiste er Ende 1828 allein weiter, um vorerst dort zu bleiben. In diesem Jahr änderte er auf Grund seiner Italien-Begeisterung, seinen Namen in "Nerly". Nach eigenem Bekunden hatte außer Rumohr nur noch Johann Christian Reinhart, den er in Rom kennenlernte, künstlerischen Einfluss auf ihn. In Rom hatte Nerly bis zu seiner Abreise 1835 die Leitung der "Cervaro-Feste" inne. Auf diesen Kostümfesten wurde von der Ponte Molle Gesellschaft, mittels humorvoller Initiationsriten, neuankommende Künstler begrüßt und in die Künstlergemeinschaft aufgenommen.

Nach einer kurzen Reise durch Süditalien ließ sich Nerly Ende Oktober 1835 in Venedig als Künstler nieder. Hier in der Lagunenstadt fand er die Sujets, mit denen er quasi weltweit bekannt wurde; seine "Piazetta bei Mondschein" malte er 36 mal. In Venedig avancierte Nerly bald schon zum Mitglied der ortsansässigen Kunstakademie. Nerly heiratete eine Frau der venezianischen Gesellschaft.
Im Alter von über 70 Jahren starb der Maler im Oktober 1878 in Venedig. 1883 vermachte sein Neffe, der Maler Eduard von Hagen, der Stadt Erfurt den gesamten künstlerischen Nachlass Nerlys und legte damit den Grundstein für die Gemäldegalerie im Angermuseum der Landeshauptstadt.


 

Literatur:

  • T. Gädeke, Schleswig Holsteinisches Landesmuseum, Angermuseum Erfurt, Friedrich Nerly und die Künstler um Carl Friedrich von Rumohr, Kat. Nr. 13, S. 163, Abb. S. 65 und Titel.

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